Pflanze des Monats Oktober 2017

Amerikaner mit Wurzeln im Ammerland – Picea omorika ‚Pendula Bruns‘

Die US-Amerikaner lieben sie – Koniferen als Hängeformen in allen Variationen. Große Produktionen von Picea omorika ‚Pendula Bruns‘ in namhaften Betrieben in Oregon zeugen von der Popularität dieser Formen. Im Jahr 2007 wurde diese Sorte von der American Conifer Society zur Konifere des Jahres gewählt. Wie auch Picea omorika ‚Pendula‘ zeichnet sich diese Selektion durch ihren schlanken Wuchs mit einem aufrechten Mitteltrieb und stark nach unten hängenden Zweigen aus. Im Gegensatz zu Picea omorika ‚Pendula‘ zeigt ‚Pendula Bruns‘ einen noch strafferen, schlangenförmigen Wuchs und enger anliegende Zweige. Die Benadelung ist immergrün, glänzend mit unterseits der Nadeln zwei weißen, breiten Stomabändern. Eine interessante Pflanze für viele Standorte mit einer spannenden Geschichte.

Der Artname omorika kommt aus dem serbischen und bedeutet übersetzt Fichte. Die Art wurde ursprünglich in der Nähe des Dorfes Zaovine auf dem Tara-Berg im Jahr 1877 entdeckt und von den serbischen Arzt, Botaniker und ersten Präsidenten der Serbischen Akademie der Künste und Wissenschaften Josif Pančić erstbeschrieben. Ihm zu Ehren wurde in Serbien diese Pflanze „Pančić-Fichte“ (Pančićeva omorika) genannt. 1881 wurde erstmalig Samen an die Baumschule Otto Froebel in Zürich geschickt, die daraus Pflanzen heranzog.

Der Artname omorika kommt aus dem serbischen und bedeutet übersetzt Fichte. Die Art wurde ursprünglich in der Nähe des Dorfes Zaovine auf dem Tara-Berg im Jahr 1877 entdeckt und von den serbischen Arzt, Botaniker und ersten Präsidenten der Serbischen Akademie der Künste und Wissenschaften Josif Pančić erstbeschrieben. Ihm zu Ehren wurde in Serbien diese Pflanze „Pančić-Fichte“ (Pančićeva omorika) genannt. 1881 wurde erstmalig Samen an die Baumschule Otto Froebel in Zürich geschickt, die daraus Pflanzen heranzog.

Die Ursprünge von Picea omorika ‚Pendula Bruns‘ lassen sich nachweislich bis ins norddeutsche Ammerland zurückverfolgen. Der Originalsamen von Picea omorika war in den zwanziger Jahren knapp und teuer. Obergärtner Heinrich Bruns, Westerstede, war aber im ersten Weltkrieg in Serbien als Soldat stationiert. Durch diese Verbindung bekam er während der Inflation einen Posten Samen. Die ersten Sämlinge wurden teilweise für forstliche Zwecke vermarktet.

Unter den Sämlingen zeigten sich aber auch einige hängende Wuchsformen. Diese sah Heinrich Bruns als wertvoll an und vermehrte diese Sämlingsselektionen durch Veredlungen weiter. Diese Selektion wurde 1955 von der Baumschule H. Bruns aus Westerstede unter der Bezeichnung Picea omorika ‚Pendula Bruns‘ erstmalig in den Handel gebracht. Vielseitige Kontakte u.a. mit amerikanischen Gärtnereien wie F.W. Schumacher in Boston und der Harvard Universität in Boston führten zu einer beständigen Popularität dieser Sorte in Amerikanischen Betrieben.

Aber auch bei der Baumschule Johann Bruns in Bad Zwischenahn war man in Sachen Pflanzenselektion in späteren Jahren nicht untätig. So entdeckte Gärtnermeister Georg Hinrichs bei Abräumarbeiten im Jahr 1965 auf einer ‚Neuland‘ genannten Baumschulfläche in der Nähe von Bad Zwischenahn einen sogenannten „Krüppel“ wie er ihn nannte, auch eine Hängeform von Picea omorika – den Ursprung der späteren Bestände der Picea omorika ‚Pendula Bruns‘ bei der Baumschule Bruns in Bad Zwischenahn. Die Mutterpflanze stand noch lange im Arboretum der ehemaligen Vermehrung von Bruns in Rostrup. Einzelne Pflanzen dieser Herkunft sind heute noch in Ammerländer Hausgärten zu finden und zeigen mittlerweile eine stattliche Größe.

 

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