Pflanze des Monats November 2017

Ungewöhnlicher Blütenregen im Herbst – Cedrus atlantica ‚Glauca‘ – Blaue Atlas-Zeder

Die Blaue Atlaszeder, Cedrus atlantica ‚Glauca‘ ist ein locker bis malerisch wachsender Baum, der beonders durch seine prächtig stahlblaue Benadelung auffällt. Die ursprüngliche Heimat der Atlas-Zeder ist das nordafrikanische Atlas- und Rif-Gebirge. In Höhenlagen zwischen 1500 und 1800 Meter bildet sie Reinbestände oder ist vergesellschaftet mit der Numidischen Tanne oder verschiedenen Kiefernarten. Die heute bekannte blaunadelige Form der Atlas-Zeder, Cedrus atlantica ‚Glauca‘, wurde in einem Wildbestand im Atlas-Gebirge in Marokko entdeckt und war nachweislich das erste Mal schon vor dem Jahr 1867 in Frankreich in Kultur.

Anfang der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich diese blaue Kulturform sozusagen zu einer Modepflanze vor allem in den neuangelegten Siedlungs- und Kleingärten auch in den norddeutschen Regionen. Gepflanzt wurden häufig die Größen um einen Meter herum, mittlerweile haben sich diese ehemals kleinen Nadelgehölze entsprechend ihren Größen an den Naturstandorten, wenn man sie denn hat wachsen lassen, zu wahren Baumriesen entwickelt.

So auch im Garten der Familie Ulrich in Bad Zwischenahn, der Garten wurde Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts anlässlich der Hochzeit neu angelegt. Die damals dort gepflanzte Cedrus atlantica ‚Glauca‘ hatte die Größe 80-100, wie sich die Eigentümer des Gartens heute noch bildlich erinnern konnten.

Mittlerweile überragt der riesige Baum in Bad Zwischenahn das komplette Grundstück. Alle drei bis vier Jahre sammeln sich in den Monaten Oktober – November auf dem Pflaster des angrenzenden Parkplatzes große Mengen an männlichen Blütenzapfen auf dem Bode

n an. Die Atlas-Zeder ist getrenntgeschlechtig (monözisch), die Blühfähigkeit der Atlas-Zeder beginnt mit 25 bis 30 Jahren. Die Zapfen wachsen aufrecht an Kurztrieben. Männliche Zapfen sind blassgelb, zylindrisch, 3 bis 5 cm lang. Weibliche Zapfen dagegen eher unscheinbar, grün bis rötlich, 1 cm lang.

Atlas-Zedern können eine lange Geschichte vorweisen. Atlas-Zedern können bis 900 Jahre alt werden. Wahrscheinlich wurde das wohlriechende Holz der Atlas-Zedern bereits in der phönizisch-römischen Antike genutzt. Im Mittelalter fertigte man aus dem Stammholz Balken für die Decken und Türen von Sakral- und Repräsentationsbauten (Moscheen, Mausoleen und Paläste) an. Zedernholz bzw. Zedernöl verströmt einen angenehm herben Duft, der dem von Sandelholz nicht unähnlich ist. Zedernöl war schon im Altertum beliebt und wird heute noch von Parfümherstellern in aller Welt sehr geschätzt.

Ausgewachsen kann der Baum bei uns unter normalen Umständen 15 bis 25 m, in der Heimat bis zu 50 m hoch werden. Die Äste wachsen nach oben ansteigend, die Spitzen hängen erst im Alter etwas über. Als Verwendung ist eine Einzelstellung an einem ausrechend großen Standort als Blickfang optimal. Da die Wurzeln eher schwach ausgebildet sind ist in den ersten Standjahren ein zusätzlicher Halt zu empfehlen.

Text und Bildquelle: bruns.de

 

 

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